#localpoet
#localpoet ist eine interaktive Kunstinstallation, bei der sich digitale Daten upcyclen lassen.
Ein Studierendenprojekt von Marie Backhaus, Eva Haugrund, Diandra Hermann und Julia Podlipensky
6. Semester, 2022
Betreuende Dozierende: Benjamin Faust, Andreas Schindler, Prof. Tsunemitsu Tanaka
#futureofdata
Daten sind die hinterlassenen Fußspuren unseres digitalen Lebens. Mit einer beschleunigten Digitalisierung unserer Gesellschaft werden auch immer mehr Daten produziert – meist mit einem Einmalnutzen, wie beispielsweise Hashtags auf Social Media.
Aber müssen die Daten denn nur einmal für einen bestimmten Zweck genutzt werden? Was könnte aus schon erzeugten Daten noch entstehen – welchen anderen, neuen Kontext können sie noch einnehmen?
Die Thematik des Datenupcyclings ist derzeit noch sehr jung und experimentell, wird in der Zukunft aber im Bezug auf digitale Rohstoff-Wiederverwendung immer mehr an Bedeutung gewinnen. Es ermöglicht auch einen Diskurs über den Umgang der Gesellschaft mit digitalen Daten.
#angebot
#localpoet ist eine Kunstinstallation für Menschen im öffentlichen Raum, die ihre Umgebung gestalten oder aufräumen wollen. Sie bietet die Möglichkeit, aus hinterlassenen Hashtags an öffentlichen Orten, Gedichte zu kreieren.
Dieser Vorgang findet innerhalb der Rahmenbedingung Stadt statt. Dabei entsprechen bei Social Media die Geo-Tags der Post mit Hashtags, den realen öffentlichen Umgebungen der Stadt. Das Upcyclingprinzip wird in der analogen Welt dort angewandt, wo die Daten entstehen und hinterlassen werden.
#upcyclingprinzip
Das Hashtag-Gedicht wird mit Handgesten über 3 Schritte erstellt: Sammeln, Kreieren und Veröffentlichen.
Dabei werden metaphorisch liegengelassene Hashtags der Umgebung vom Boden aufgehoben und folgen schwebend der Hand zur Kreierungsebene. Anschließend werden 11 aufgesammelte Hashtags in einer Elfchen-Gedicht Vorlage mit den Händen in der Luft angeordnet. Für Andere zugänglich, wird das fertige Kunstwerk mit einer großen Armbewegung von unten nach oben auf einer Wandprojektion ausgestellt.
#poesie
Die Gedichte bestehen hierbei nur aus den ausgewählten Hashtags. Durch ihre neue Form sind sie jedoch lesbarer und durch den Kunstschaffungs-Prozess gewinnen sie an Bedeutung – sie geben ein absurdes, aber vor allem poetisches Abbild des Ortes wieder.
Der Fokus liegt dabei nicht auf dem entstandenen Kunstwerk, sondern auf dem Kunstschaffen selbst. Der Prozess, die Umgebung bewusst über Handgesten umzugestalten, soll primär Spaß machen. Über die spielerische Leichtigkeit mit den Projektionen wird den Besuchenden die Kontrolle über ihr Kunstschaffen gegeben.
#ergebnis
Es wurde ein Konzept für Innen sowie Außen aufgestellt. Hierbei beschränken sich die derzeitigen Projektionen und Gestenerkennung auf eine kleinere Fläche.
Der erste Prototyp testet das Prinzip des Aufsammelns und kompakten Kreierens. Ein VR-System mit Controller dient dabei dem Positions- und Geschwindigkeitstracking der Hand.
Hierbei erhält man zum ersten Mal das Gefühl für das Handgestenprinzip.
Erste Anwendungsfälle der Installation werden in der Stadt oder deren Museen gesehen. Das erstellte Prinzip des Datenupcyclings kann aber auch, bei weiterer Ausarbeitung, auf einen Service für andere Arten von digitalen Daten bei z.B Unternehmen übertragen werden.