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Geteilt.

Projekte

Geteilt. macht das sichtbar, was bleibt, wenn wir teilen.

Ein Bachelorprojekt von Nicole Pehr
7. Semester, 2025
Betreut durch: Prof. Tsunemitsu Tanaka und Prof. Andrea Krajewski


Erinnerungen verschwinden oft ungesehen

Unsere Erinnerungen sind das, was uns verbindet – und doch bleiben viele von ihnen verborgen, unausgesprochen, verloren im Alltag. Soziale Kollektive teilen oder sehen selten die ganze Tiefe ihrer Erzählungen. Oft fehlen Raum und Zeit, um bewusst zurückzublicken, zuzuhören und die Verbindungen der gemeinsamen Erinnerungen zu verstehen. Was nicht ausgesprochen wird, bleibt unsichtbar – und geht irgendwann verloren. Leider.

Geteilt. gibt Raum – für Zeit, Verständnis und Tiefe

Geteilt. schafft durch das Ambient Intelligence System einen atmosphärischen Raum, in dem Erinnerungen bewusst erzählt, gesammelt und miteinander verbunden. Es kann an die weitergegeben werden, die nach ihnen kommen.

Es verwandelt Ausgesprochenes in visuelle Texte, Verbindungen in subtile Formen und Emotionen in Klang und Bewegung. So entsteht ein gemeinsamer Moment, der nicht nur dokumentiert, sondern erlebt wird – und das sichtbar macht, was vielleicht unausgesprochen geblieben wäre. Für stärkere Verbindungen, für mehr Verständnis, für ein wachsendes kollektives Gedächtnis.

Wie setzt Geteilt. hier an?

Die Interaktion mit Geteilt. entsteht zwischen den Teilnehmenden und der Bodenprojektion. Jeder beginnt, indem er eine persönliche Erinnerung teilt und gemeinsam mit den anderen reflektiert. Ziel ist immer, Verbundenheit und Verständnis zu schaffen – kein Monolog, sondern ein echtes Gespräch, bei dem beide Seiten sichtbar werden und aufeinander eingehen.

Das System unterstützt dabei dezent: Es gibt leichte Impulse, fasst die Erinnerungen in Texte, verbindet die Beiträge der Teilnehmenden und regt die Gruppe an, weiterzudenken und -zufühlen. Die Teilnehmenden richten ihre Aufmerksamkeit bewusst aufeinander, hören zu, fragen nach und begegnen sich mit Respekt, Offenheit und Empathie.

Im Laufe der Begegnung entsteht ein „Erinnerungsgedächtnis“ – ein verbundenes Geflecht aus Sätzen und Momenten, das die Erinnerungen aller zu einem gemeinsamen Bild verbindet.

In der abschließenden Reflexionsphase blicken die Teilnehmenden auf ihr gemeinsames Erinnerungsgedächtnis, besprechen die Verbindungen und entdecken darin einen roten Faden – der sich durch ihre eigenen und die geteilten Erinnerungen zieht und das Gefühl der Zugehörigkeit und des Verständnisses spürbar vertieft.

Am Ende entscheidet die Gruppe gemeinsam, ob die geteilten Erinnerungen bewahrt und weitergegeben werden sollen – an sie selbst, aber auch an die, die nach ihnen kommen. Hierbei wird gemeinsam die Weitergabe anhand einer Armbewegung entschieden – es ist ein Akt, der nur miteinander geschehen kann.

 

Kann man Geteilt. testen?

Das Produkt bringt viele Facetten des Erinnerns und Teilens mit. Für den Prototyp wurde der Fokus auf drei wesentliche Elemente gelegt: die Speech-To-Text-Funktion, die visuelle Verbindung auf dem Boden und die gemeinsame Weitergabe per Geste.

Aber wie?
Zwei Menschen nehmen im Kreis Platz und aktivieren die Installation. Ein erster Impuls lädt ein, zu teilen. Nach einer Erzählpause fasst das System die Erinnerung der Person zusammen und projiziert sie sichtbar vor sie. Anschließend erzählt die zweite Person.

Die Gedanken beider beginnen, sich visuell zu verbinden. Ein letzter Impuls ermutigt: „Erinnerungen bleiben. Greift nach ihnen und gebt sie weiter — an euch selbst und an die, die folgen.“ Mit einer gemeinsamen Geste speichern die beiden ihre Erinnerungen und erhalten die Bestätigung: „Was ihr geteilt habt, wurde gespeichert – Es bleibt für euch und für die, die noch kommen.“

So endet die Begegnung – mit einem Moment, der bleibt.

Weiterführende Links und Downloads