Direkt zum Inhalt Skip to maincontent Direkt zum Footer Skip to footercontent

Die Schlucht zwischen uns.

Projekte

Eine interaktive Installation, die Menschen an einem Un-Ort dabei unterstützt, ihn in einen bedeutungsvollen Ort des Miteinanders zu verwandeln.

Ein Semesterprojekt von Nadja Jung
6. Semester, 2025
Referenten: Romina Marsico, Andreas Schindler, Max Studanski, Prof. Tsune Tanaka


Das Projekt „Die Schlucht zwischen uns.“ bietet Menschen die Möglichkeit, öffentliche Räume durch eine interaktive Installation neu zu erleben. Es verwandelt einen Un-Ort, der bislang als rein funktionale Fläche wahrgenommen wurde, in einen lebendigen Begegnungsraum. Dabei wird eine kollektive Erfahrung geschaffen, in der Teilnehmende aktiv werden und gemeinsam durch ihr Handeln eine Herausforderung meistern.

Es ist eine temporäre Pop-Up Installation an einem Un-Ort. Sie besteht aus einer Projektion mit dazugehörigem Sound, die Teilnehmenden Personen und ihre Handbewegungen erkennt und darauf reagiert.

Mit meinem Projekt biete ich einen Ansatz zur Beantwortung der Frage, wie ein interaktives Mediensystem Menschen im öffentlichen Raum dabei unterstützen kann, soziale Bindungen aufzubauen. Dazu ergänze ich den Raum gestalterisch, sodass er nicht nur funktional genutzt wird, sondern auch zum Verweilen und Miteinander einlädt. So gewinnt ein Ort an Bedeutung.

Meine Nutzendengruppe beschränkt sich auf Bürger einer Stadt, die die Verwahrlosung ihrer Stadt wahrnehmen und Un-Orte als solche erkennen und die deshalb Interesse daran haben, an der Gestaltung eines Ortes ihrer Stadt mitzuwirken. Wenn sie sich an einem Un-Ort befinden, wollen und können sie sich dafür bewusst Zeit nehmen.

Vielleicht fragt ihr euch jetzt:

Warum so? Warum eine Schlucht?

Meine Installation ist ein Ansatz für eine Heldenreise. Die Teilnehmenden erleben sich dabei als Teil der Lösung. Sie sind selbst Teil der Geschichte.

Ich benutze den Überraschungsmoment um eine plötzliche, unerwartete Veränderung in der gewohnten Umgebung zu schaffen. Das erzeugt erst kurze Irritation und anschließend Aufmerksamkeit und Präsenz. Überraschung ist hierbei der Weg, um Menschen aus der Passivität zu holen.

Ich schaffe ein gemeinsames Ziel, welches für die Nutzenden sichtbar ist. Sie haben die gleiche Herausforderung und das schafft eine Gruppendynamik.

Die bouncenden Brückenteile sind ein sanftes Nudge, das Aufmerksamkeit weckt und die Nutzenden dazu anregen soll, sich einzubringen. Egal, wie sich der Nutzende dreht, das Brückenteil bounced immer in seinem Blickfeld Richtung Schlucht.

Ein starkes Narrativ schafft dabei Kontext und Bedeutung für das eigene Handeln. Menschen werden eher aktiv, wenn sie den Sinn visuell und emotional verorten können. Ich arbeite bewusst mit klaren, bekannten Bildern: Schlucht = Spaltung, Brücke = Verbindung. Diese Symbole sprechen Emotionen und Erfahrungen an. So mache ich die unsichtbare Distanz sichtbar, die Menschen an einem Un-Ort trennt, und zeige die Verbindung, die sie durch ihre Interaktion schaffen können, um diese Distanz zu überwinden.