NFDI4Memory
NFDI4Memory
Das Projekt entwickelt Konzepte und Standards für die Speicherung, Zugänglichkeit und Bewahrung der Qualität für historische Forschungsdaten. Zudem sollen Datenkompetenzen in den historisch tätigen Disziplinen etabliert und weitergegeben werden.
| Projektleitung: | Prof. Dr. Stefan Schmunk |
| Projektteam: | Stefan Büdenbender |
| Dauer: | 03/2023 bis 02/2028 |
| Förderer: | DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft |
| Beteiligte Institutionen: |
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NFDI4Memory ist eines von 26 Fachkonsortien der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur e.V. (NFDI). Das Konsortium erschließt auf Basis digitalisierter und digitaler Daten sowie digitaler Methoden neue Bereiche für die historische Forschung, indem es digitale Infrastrukturen und Dienste für Forschungsdaten einführt, etabliert und deren Nutzungsmöglichkeiten vermittelt. NFDI4Memory identifiziert Schlüsselinnovationen für die Geschichtswissenschaft im digitalen Zeitalter und fördert ihre Entwicklung, um sie in bestehende Strukturen und Prozesse zu integrieren und ihre breite Akzeptanz innerhalb der Geschichtscommunity sicherzustellen.
An NFDI4Memory sind fast 80 Einrichtungen beteiligt, so u.a. Universitäten, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungsinstitute, Museen, Archive und Bibliotheken sowie Einrichtungen der Informationsinfrastrukturen.
Projektverlauf
Die Hochschule Darmstadt ist dabei als geförderter “Co-Applicant” gemeinsam mit den Kolleg:innen der Universität Trier, Prof. Dr. Ursula Lehmkuhl und Marina Lemaire, maßgeblich für die Koordination des Arbeitsbereichs Datenkompetenz (Task Area 4: Data-Literacy) zuständig. Das Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, Datenkompetenz in Forschung und Lehre innerhalb der historischen Disziplinen gezielt zu fördern – und damit einen zentralen Beitrag zur Gestaltung des digitalen Wandels in den Geisteswissenschaften zu leisten.
Der Fokus liegt dabei auf zwei Arbeitspaketen, die sie gemeinsam mit Expert:innen der FU Berlin und der Uni Trier koordinieren und bearbeiten:
Das Arbeitspaket 1, Data Literacy Ausbildung, hat zum Ziel, die Datenkompetenzen in Studium und Lehre zu fördern. Das Team entwickelt innovative Trainingsmodule, Materialien und Lehrpläne, um die Vermittlung von Datenkompetenzen in Studienprogrammen zu verbessern. Die Arbeiten umfassen die Entwicklung von Trainingsmodulen, eines Modell-Curriculums und die Einrichtung eines Akkreditierungsdienstes für Trainingsmaterialien.
Arbeitsbereich 4 entwickelt Dienste zur Unterstützung digitaler Forschung und Lehre. Auf Basis einer im ersten Projektjahr durchgeführten umfangreichen Bedarfserhebung zum Thema Data Literacy entwickelt das Projektteam ein Netzwerk von regionalen Trainingszentren, um Multiplikator:innen zu schulen, einen Beratungsdienst um Forschende zu unterstützen, ein adäquates Forschungsdatenmanagement umzusetzen und mit digitalen Tools und Methoden zu arbeiten.
Services und Community Engagement
Darüber hinaus engagiert sich das Team in zahlreichen Expertengremien wie etwa der Sektion Edutrain oder der UAG Schulungen/Fortbildungen der DINI/nestor-AG Forschungsdaten und tritt in der gegründeten “AG Lehre” mit Hochschullehrenden in Austausch. Zusammen mit dem ebenfalls am ikum angesiedelten Verbundprojekt Hermes ist es außerdem im Rahmen der Gruppe “OER.Net” aktiv an der Gestaltung von Standards für Open Educational Ressources beteiligt.
Kurz- und mittelfristig sind eine Reihe konkreter Maßnahmen in Arbeit oder bereits abgeschlossen:
- Histocat, ein Online-Katalog mit didaktisch aufbereiteten Lehr- und Lernmaterialien für die historisch arbeitenden Disziplinen
- eine Basiskurs im Bereich Forschungsdatenmanagement
- eine Sammlung von Beispieldatensätzen, die es ermöglicht, Methodenwissen und den Einsatz spezifischer Tools anhand realer Forschungsdaten zu vermitteln
- Von Büchern zu Bytes: Die Veranstaltungsreihe „From Books to Bytes“ stellt regelmäßig aktuelle Themen und relevante Anwendungsfelder in Vorträgen von und mit Expert*innen, Forschenden und Lehrenden vor. Dabei erhalten die Teilnehmenden nach kurzen thematischen Einführungen die Möglichkeit, sich in Hands-on-Sessions selbstständig mit den vorgestellten Inhalten auseinanderzusetzen und die Ergebnisse innerhalb der Fachcommunity ausführlich zu diskutieren. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen, zudem werden die Vorträge regelmäßig auf unserem youtube-channel und auf zenodo veröffentlicht.
Ziel
Das Ziel ist es, die Community in ihrer ganzen Breite – von Studierenden über Lehrende bis hin zu Forschenden und Mitarbeiter:innen in Museen, Bibliotheken, Archiven und Infrastruktureinrichtungen – nachhaltig zu stärken und sie auf die Herausforderungen und Chancen einer zunehmend datengestützten Wissenschaft vorzubereiten. Durch ein vielfältiges Angebot an Services, Workshops, digitalen Lehr- und Lernformen und individuell nutzbaren Ressourcen begleiten und fördert das Konsortium den Aufbau und die Weiterentwicklung digitaler Kompetenzen. Ob Grundlagen der Datenmodellierung, digitale Quellenkritik oder forschungsnahes Datenmanagement – es setzt Impulse, vernetzt Expertise und schafft Räume für Austausch und Qualifizierung.
Ergebnisse
Im Verlauf des Projekts wurden bereits zentrale Bedarfe innerhalb der Community erfasst – unter anderem durch eine Umfrage zur Data Literacy in historisch arbeitenden Disziplinen. Auf dieser Grundlage wurden zielgruppenspezifische Schulungsformate entwickelt, darunter die digitale Hands-On-Reihe Von Büchern zu Bytes, die praxisorientiert den Umgang mit digitalen Datenformaten vermittelt. Weitere Maßnahmen zur Vermittlung von Datenkompetenz sind in Planung und sollen die Community langfristig stärken.
Weiterführende Links
Projektteam
Hochschule Darmstadt
Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Schmunk
Koordination/Wiss. Mitarbeit: Dr. Stefan Büdenbender, Jacob Benz
Universität Trier
Projektleitung: Prof. Dr. Ursula Lehmkuhl
Koordination/Wiss. Mitarbeit: Marina Lemaire, Laura Döring, Stefan Kellendonk
FU Berlin
Koordination/Wiss. Mitarbeit: Dr. Brigitte Grote, Anne Voigt